Gartenplage im Griff: Buchsbaumzünsler jetzt bekämpfen

Ungebetene Gäste im Garten, das kann schon mal vorkommen. Handelt es sich jedoch um den berüchtigten Buchsbaumzünsler, werden viele Gärtner nervös: Der Falter gilt als Plage und ist nur schwer wieder loszuwerden. Doch mit ein paar Tipps kann man es schaffen.

Versponnene Bäume: Wie man den Schädling erkennt

Der Buchsbaumzünsler befällt, wie der Name schon sagt, vornehmlich Buchsbäume. Meist überleben die Bäume dies nicht. Der Buchsbaumzünsler legt seine Eier vor allem an äußeren Blättern ab. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen hier die Raupen, die den Kahlschlag an den Buchsbäumen verursachen: Zuerst sind die Blätter an der Reihe, schließlich sogar die Rinde an den Ästen. Der Baum verfärbt sich beige-gelblich und stirbt in vielen Fällen ab.

Die Raupen sind meist bis zu fünf Zentimeter lang, grün gefärbt und mit schwarzen Punkten gesprenkelt. Man trifft sie meist im Mai bis Anfang Juni an. Sie spinnen die Bäume im Verpuppungsprozess schließlich ein. Sind die Raupen erst verpuppt, sind sie deutlich robuster. Der Ursprung der Raumen liegt im ostasiatischen Raum. Seit gut zehn Jahren verbreitet er sich mit zunehmender Geschwindigkeit in Mitteleuropa.

Der ausgewachsene Falter hat eine weiße Zeichnung mit schwarzem Muster, die Ränder der vorderen Flügel sind braun gefärbt. Der Zünsler hat jedoch keine allzu lange Lebenserwartung: Nur rund neun Tage hat er Zeit, sich fortzupflanzen. In dieser Zeit legen die Falter-Weibchen ihre Eier an den Unterseiten der Buchsbäume ab. Der Buchsbaumzünsler kann pro Jahr bis zu drei Generationen ausbilden.

Bekämpfen: Das rettet die Bäume

Es gibt mehrere Möglichkeiten,. dem Buchsbaumzünsler zu leibe zu rücken. Da es jedoch zwischen Raupenstadium und dem fertigen Falter nur wenige Wochen sind, sind meist mehrere Behandlungen  notwendig.

  • Pheromonfalle: Eine Pheromonfalle und rechtzeitiges Beobachten kann helfen, den Befall frühzeitig zu bemerken.
  • Insektizid: Bisher hat der Falter in Europa keine natürlichen Feinde, so dass er sich ungestört ausbreiten kann. Mit einem Insektizid wie dem biologischen „Bacillus thuringiensis“ konnten Gärtner bisher recht erfolgreich arbeiten. Hierzu muss man aber den Lebenszyklus der Raupe genauer studieren, denn das Gift wirkt am Besten, wenn die Raupe gerade in der Fress-Phase ist. Ist die Raupe bereits verpuppt, ist sie deutlich widerstandsfähiger gegenüber Insektiziden. Einige andere Mittel sind nur in baumschulen zugelassen.
  • Hochdruckreiniger: Wenn der Baum nur schwach befallen ist, kann man versuchsweise den Buchsbaum mit einem Hochdruckreiniger abspritzen. Bei kleineren Pflanzen oder nur wenig Schaden die Zünsler-Raupen mit der Hand absammeln (Handschuhe tragen).
  • Trick 17: Tüte drauf: Mancher Gärtner erweist sich als recht findig: Im Hochsommer kann eine Hitzeschock-Kur helfen, die Raupen abzutöten. Dazu stülpt man morgens einfach einen großen, dunklen und reißfesten Müllsack über das Gewächs und lässt den Baum in der Sonne stehen. Unter der Tüte entwickeln sich hohe Temperaturen, die die Raupen zum Absterben bringen. Diese dann absammeln. Achtung: Der Baum hat zwar eine recht hohe Toleranz gegenüber Hitze, aber mehr als 1-2 Tage sollte er nicht unter der Tüte verbringen. Baum jedoch nie in den heißen Mittagsstunden wässern.
  • Zurückschneiden: Ein Rückschnitt ist zwar das letzte Mittel, kann aber helfen, den Baum am leben zu erhalten. Damit ist er zwar für die diesjährige Saison nicht mehr schön anzuschauen, kann jedoch im nächsten Jahr wieder frisch sprießen. 

Hilft alles nichts, kann man den Baum nur noch entsorgen. Dies geschieht am Besten, indem der Baum in einer Folie oder Tüte eingewickelt abtransportiert wird – so gelangen nicht noch mehr Schädlinge in die umgebende Natur. Der tote Baum kann zerhäckselt und im eigenen Garten oder in Großkompostieranlagen entsorgt werden.

Text: TSB

Foto: Caterpillar by MonikaP via Pixabay (CC0 Public Domain)