Entwicklungsbericht für Wirtschaft in Brandenburg erschienen

Die Wachstumskerne in Brandenburg bleiben im Aufwind. Sie entwickeln und vermarkten sich immer erfolgreicher als attraktive Innovations- und Investitionsstandorte mit klarem Profil. Und sie sind weiterhin die wichtigsten Arbeitsmarkzentren im Land.“ Das erklärte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber heute in Potsdam. Zuvor hatte das Kabinett den im Wirtschaftsministerium erarbeiteten neuesten Bericht „Stärkung der Regionalen Wachstumskerne“ beschlossen.  

Zahlreiche Beispiele belegten die gute Entwicklung: „Potsdam ist erst jüngst mit dem MediaTech Hub – der Anerkennung als digitalem Zentrum – ein großer Sprung nach vorne gelungen. Neue Ansiedlungsflächen für Life-Science-Firmen werden derzeit mit dem MED:IN in Potsdam und rund um das Innovationsforum Hennigsdorf vorbereitet. Und das Areal des Funkerbergs in Königs Wusterhausen in der Nähe der Technischen Hochschule Wildau wird für technologieorientierte Ansiedlungen erschlossen.“

Die Arbeitsplatzdichte in den Wachstumskernen liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Verzeichnete Brandenburg 2016 durchschnittlich 329 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte je 1.000 Einwohner, waren es in den Wachstumskernen im Schnitt 448 Beschäftigte je 1.000 Einwohner. Und während 2016 Brandenburg insgesamt mehr Auspendler hatte als Einpendler, hatten 14 der 15 Wachstumskerne überdurchschnittlich hohe positive Pendlersalden.

Gerber: „Die Menschen kommen in die Wachstumskerne, um dort zu arbeiten.“ Spitzenreiter bei den Pendlersalden sind die Kerne Spremberg und Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt. Zudem verzeichnen die vier Kerne Ludwigsfelde, Oranienburg-Hennigsdorf-Velten, Potsdam und Schönefelder Kreuz auch deutliche Bevölkerungszuwächse (zwischen 2,8 und 13,3 Prozent). Darüber hinaus vermeldeten alle Wachstumskerne steigende Geburten- und Schülerzahlen.

Das Kabinett beschloss zehn neue Maßnahmen für acht Wachstumskerne. Damit hat die Landesregierung seit Bestehen der Wachstumskerne insgesamt 176 Projekte auf den Weg gebracht, 108 davon sind abgeschlossen.

Die zehn neuen Projekte:

RWK Cottbus: Am Campus der BTU soll das Regionale Cottbuser Gründungszentrum entstehen.

RWK Luckenwalde: Die Schule für Gesundheitsberufe wird verlagert und zur Akademie für Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsberufen entwickelt. Mit einer zentralisierten Ausbildung will man den Fachkräftebedarf im Bereich Gesundheitswesen und Altenpflege mit Spezialisierung auf Palliativpflege sichern. 

RWK O-H-V: Im ehemaligen Puschkin-Gymnasium Hennigsdorf entsteht das Gründerinnenzentrum „Kreativ-Werk“.

RWK O-H-V: Mit der Errichtung der Abwehrbrunnen-Galerie Havel/Hennigsdorf (Westufer) wird das Wasserschutzgebiet Stolpe an aktuelle Standards angepasst.

RWK Potsdam: Mit dem „MED:IN“ entstehen Büro- und medizinische Werkflächen für Mittelständler aus dem Bereich Gesundheitswirtschaft.

RWK Prignitz: Bahnhofsgebäude und -umfeld in Wittenberge werden entwickelt.

RWK Schönefelder Kreuz: Der Funkerberg in Königs Wusterhausen und Wildau wird zum Technologiestandort und „Innovations-Hub“ ausgebaut.

RWK Schwedt: Der Freiluftsportkomplex Heinrichslust und Umfeld wird qualifiziert.

RWK Westlausitz: Das Industriedenkmal „Textilfabrik Carl Schaefer“ in Finsterwalde wird saniert und zum Kultur-, Kunst- und Kongresszentrum ausgebaut.

RWK Westlausitz: Der Bahnhof Finsterwalde wird zum Mobilitätsknotenpunkt aufgewertet.

Hintergrund:

Vor zwölf Jahre richtete Brandenburg seine Wirtschaftsförderung neu aus. Das wirtschaftspolitische Leitbild „Stärken stärken“ markierte die Abkehr vom Förderprinzip „Gießkanne“. Stattdessen richtete die Landesregierung den Fokus auf starke Branchen und verständigte sich auf die Förderung von 15 Regionalen Wachstumskernen, die vorrangig bei der Stärkung ihrer besonderen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Potenziale unterstützt werden.

 

Text: Wirtschaftsministerium Brandenburg