In El Salvador pflücken Touristen ihren Kaffee selbst

El Salvador hat rund 7,5 Millionen Einwohner und ist nicht größer als Hessen. In einem Punkt gehört das kleinste Land Mittelamerikas jedoch zu den ganz Großen: Es zählt weltweit zu den Top 3 im Kaffeeanbau. Dies und vieles mehr erfuhren Liebhaber des schwarzen Goldes am 25. Juni beim Kaffee-Symposium in der „Berlin School of Coffee“ in Berlin-Charlottenburg, zu dem El Salvordors Tourismusminister Jose Napoleon Duarte und Botschafterin Florencia Eugenia Vilanova de von Oehsen geladen hatten.

Der Kaffee spielt eine große Rolle für El Salvador, denn es ist nicht nur ein Exportschlager. Auch für den Tourismus des Landes ist der Kaffee sehr bedeutungsvoll. Reisende besuchen Kaffeefarmen und bringen sich in die alltägliche Arbeit ein. Sie schauen nicht nur bei landwirtschaftlichen Aktivitäten wie dem Anbau und dem Pflücken der Kaffeekirschen zu, sondern können sich mit einem Korb ausgestattet als Pflücker betätigen. Die zu der Delegation aus El Salvador gehörende Farmerin Claudia Cruz betonte: „Hier steht das Erleben und der Spaß im Vordergrund. Man kann als ungeübter Neuling nicht in derselben Geschwindigkeit den Korb mit Kaffeekirschen füllen im Vergleich zu den Farmern und deren Angestellten. Nach getaner Tat berichten mir die aus aller Welt stammenden Gäste jedes Mal, welch beeindruckendes Erlebnis es ist für sie gewesen ist, sich einmal im Leben als Kaffeepflücker betätigen zu können.“ Auch der Minister betonte, dass in El Salvador täglich viele Kreuzfahrtschiffe anlegen. Selbst bei den Gästen, die nur während eines Tagesaufenthaltes verweilen, steht der Besuch einer Kaffeefarm auf dem Programm.

Es gibt in El Salvador sechs Anbaugebiete und der Experte schmeckt die Unterschiede jeder Region. „Unser Land geht den Weg der Qualität, nicht der Quantität. Das ist auch ein Grund, warum der Kaffee aus unserem Land so eine Anziehungskraft bei Touristen und Verbrauchern hat.“ Seit vielen Jahren machen die Kaffeeeinkäufer aus der Industrieproduktion einen großen Bogen um das mittelamerikanische Land. Da Qualität ihren Preis hat, kommt ein so hochwertiger Kaffee nicht in die Tüte, die man im deutschen Supermarkt schon für um 3,50 Euro pro 500 Gramm findet. In dem Preis ist zudem noch die Kaffee- und Mehrwertsteuer enthalten. Rechnet man die ab, weiß man, dass ein solcher Kaffee keineswegs zu den absoluten Spitzenprodukten gehören kann. Die Farmer aus El Salvador produzieren für die kleinen Kaffeeröstereien.

Dabei wird auch Wert darauf gelegt, dass jede der 6 Anbauregionen ihr Produkt ungemischt auf den Markt bringt. Somit gibt es DEN Kaffee aus El Salvador gar nicht zu kaufen. Man kann Kaffee aus jeder einzelnen Region erwerben. Ein Kaffeerat überwacht die Qualität. Dazu zählen Anbau, Ernte und Rösten der getrockneten Bohnen sowie Schulungen für Farmer. Der Kaffeerat setzt sich aus Vertretern der Ministerien aus den Bereichen Landwirtschaft, Wirtschaft, Umwelt und Tourismus zusammen. Ebenso haben die Sprecher der Kaffeeanbauer in diesem Gremium Sitz und Stimme. Tourismusminister Jose Napoleon Duarte gehört dem Kaffeerat an und stellte unter Beweis, dass er schon seit Kindesbeinen mit dem Produkt Kaffee bestens vertraut ist. Er berichtete: „Als Kind wünschte ich mir Basketballschuhe. Um mir diesen Wunsch schnellstens zu erfüllen, hatte ich in den Ferien als Kaffeepflücker einen Schülerjob.“

Das Kaffee-Symposium endete mit der anschließenden Verkostung von Kaffee und Speisen aus El Salvador. Die einhellige Meinung der deutschen Gäste war „Muy bueno“. Ein „sehr gut“ für die interessanten Informationen und die Qualität der Speisen und Getränke.

 

Foto: Tourismusminister und Botschafterin 

 

Text: Volkert Neef/ Fotos: Ralf Flucke

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