Hauptversammlung der Rheinmetall AG

Das 1889 in Düsseldorf gegründete Unternehmen Rheinmetall AG lud am 9. Mai zur Hauptversammlung (HV) ein. Sie fand in Berlin-Tiergarten statt. Rheinmetall hat auch seine Bedeutung für Berlin. Im Jahre 1933 kauften die Rheinländer den finanziell stark angeschlagenen Lokomotivhersteller Borsig in Reinickendorf. Somit gelangte Rheinmetall in den Besitz des Borsig-Werkes in Berlin-Tegel. Das Unternehmen besteht aus den zwei Teilen der Automobil-Komponenten und des Rüstungsbereiches. Der Rüstungsbereich des Konzern gehörte im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem regelrechten Wachstumstreiber. Der Umsatz in diesem Sektor stieg um 14 Prozent. In der Autozuliefersparte gab es ein Wachstum von 2,5 Prozent. Insgesamt steigerte Rheinmetall seinen Umsatz 2016 um 8 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Rund 23.000 Mitarbeiter beschäftigt man und ist in 35 Ländern vertreten. Vorstandsvorsitzender Armin Papperger sagte auf der HV: „Das Jahr 2016 war für uns ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir haben geliefert und können mit dem , was wir geleistet haben sehr zufrieden sein.“ Die Dividende steigt von 1,10 Euro auf 1,45 Euro je Aktie. Eine Ära ging in Berlin-Tiergarten auf der HV auch zu Ende. Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Greinert verabschiedete sich aus Altersgründen nach zwei Jahrzehnten von diesem Amt. Dazu erklärte Armin Papperger: „Er hat uns immer ermutigt, mutig zu sein, kein Angsthase zu sein.“ Klaus Greinert habe „Begeisterung und Faszination ausgestrahlt. Er ist ein wahrer Rheinmetaller.“ Die Position von Klaus Greinert übernimmt Ulrich Grillo. Er war von 2013 bis 2016 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). In den Aufsichtsrat berufen wurde auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Franz Josef Jung. Er hatte von 2005 bis 2009 das Amt des Bundesverteidigungsministers inne. Klare Worte kamen von Armin Papperger zum Bereich des Sektors Rüstung. „Es geht uns aber nicht um Aufrüstung“, die deutschen Soldatinnen und Soldaten haben bei ihren weltweiten Einsätzen ein Anrecht darauf, mit den besten Materialien ausgestattet zu werden. Es sei angemerkt: Damit hat er vollkommen Recht. Die Welt ist nun einmal so wie sie ist und nicht, wie sie sein sollte. Unsere Armee, die Bundeswehr, ist eine Verteidigungsarmee. Handelt es sich bei anderen Armeen auf dem Globus auch um nur reine Verteidigungsarmeen? Rheinmetall baut auch spezielle Fahrzeuge für die Polizei, die in vier Bundesländern bereits zum Einsatz kommen. Gäbe es weltweit beispielsweise keine Räuber und Einbrecher und sonstige Verbrecher, bräuchte man weniger Personal, Verwaltungsgebäude, Büromaterial bei Polizei und Justiz. Das eingesparte Geld könnte man für zahlreiche soziale Projekte verwenden. Wenn nur das Wörtchen WENN nicht wäre. Um es mit dem bayerischen Komiker Karl Valentin, der von 1882 bis 1948 lebte, einmal so auszudrücken: „Die Menschen sind ja schwer in Ordnung, wenn bloß die Leute nicht wären.“

 

Text/Foto: VTN

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