Gedenkfeier im Auswärtigen Amt

Am 8. März fand im „Internationalen Club des Auswärtigen Amtes“ eine Gedenkfeier statt. Man erinnerte daran, dass vor 200 Jahren Bewohner aus Schwaben in das Gebiet des heutigen Aserbaidschans ausgewandert sind. Vornehmlich Bauern siedelten seinerzeit aus und brachten ihre Kultur des Ackerbaus, der Viehzucht und des Weinanbaus in ihre neue Heimat mit. Die erste deutsche Ansiedlung im heutigen Aserbaidschan trug den Namen Katharinenfeld. Es folgte 1819 die Gründung der Gemeinde Helenendorf. Heute ist die Stadt als Göygöl bekannt. Die Schwaben brachten auch ihre Religion mit ins Land. Im Jahre 1857 weihten die deutschen Auswanderer in Helenendorf eine evangelisch-lutherische Kirche ein. Es war die erste evangelisch-lutherische Kirche auf dem Gebiet des heutigen zentralasiatischen Landes Aserbaidschan. Vor den geladenen Gästen sprach Seine Exzellenz Herr Minister Abdulfas Garajev. Er ist in seinem Heimatland der zuständige Minister für Kultur und Tourismus. Er wies daraufhin, dass es am heutigen Tag gleich zwei gute Gründe gebe, eine Feier abzuhalten. „Wir erinnern heute an das 200. Jubiläum der Deutschen Siedlungen im Südkaukasus. Ebenso durfte ich heute an der Eröffnung der ITB teilnehmen.“ Der Gast aus Baku traf sich in den Messehallen im Rahmen der ITB auch zum 7. Treffen von Tourismusministern der legendären Seidenstraße. Der Stand Aserbaidschans befindet sich in der Messehalle 3.1. Der Minister betonte auch, man sei heutzutage stolz auf die sehr guten Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland. Das zeige sich in allen Bereichen, sei es der Handel, die Kultur, der Sport oder die Wissenschaft. Momentan studieren 1.100 Studentinnen und Studenten aus Aserbaidschan in Deutschland. Seine Exzellenz Herr Botschafter Ramin Hasanov betonte: „Diese heutige feierliche Veranstaltung ist eine Würdigung der Vergangenheit. Sie ist eine Ehrung der Gegenwart.“ Unter den Gästen traf man unter anderem auch Seine Exzellenz Herrn Botschafter Toyly Atayev an. Er vertritt Turkmenistan in der Bundesrepublik Deutschland. Der Botschafter zeigte sich „begeistert von dieser würdigen Veranstaltung im Auswärtigen Amt.“ Der aus dem Freistaat Thüringen stammende Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio Lemmle (SPD) sagte: „Die Auswanderung von deutschen Familien vor 200 Jahren in das heutige Aserbaidschan und das wir daran erinnern ist ein Beleg für die vielen Gemeinsamkeiten zwischen unseren beiden Ländern. Deutschland pflegt seit rund einem Vierteljahrhundert auch diplomatische Beziehungen zu dem noch so jungen Land Aserbaidschan und wir sind uns sehr freundschaftlich verbunden.“

 Steffen-Claudio Lemmle, MdB (li.) und S. E. Herr Botschafter Ramin Hasanov

Text: VTN/Foto: Ralf Flucke