Gedenken an Widerstandskämpfer

Am 20. Juli 1944 unternahmen Angehörige der Wehrmacht ein Attentat auf Adolf Hitler. Hitler kam bei dem Attentatsversuch nicht ums Leben und ließ einige Widerstandskämpfer noch am gleichen Tag im Bendlerblock in Berlin-Tiergarten erschießen. Andere Widerstandskämpfer hängten die NS-Verbrecher später an Fleischerhaken im Zuchthaus Berlin-Plötzensee auf. Die Bundeswehr besinnt sich der heldenhaften Widerstandskämpfer aus den Reihen der Armee immer am 20. Juli. Im Bendlerblock, auf dem Hof der Außenstelle des Bundesverteidigungsministeriums, findet regelmäßig die Gelöbnisfeier der Soldatinnen und Soldaten statt. In diesem Jahr nahmen 320 junge Angehörige der Bundeswehr daran teil und leisten ihren Eid ab. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) konnte als Gäste unter anderem den Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, sowie den Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, begrüßen. Zu den Soldaten sprach der Historiker und Publizist Prof. Dr. Michael Wolffsohn. Er sagte unter anderem: „Soldatinnen und Soldaten – Sie sind heute die Hauptpersonen. Sie stehen hier. Sie stehen hier nicht nur körperlich. Sie stehen hier sinnbildlich und vorbildlich für unseren Staat, die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. Es ist der beste, weil freiheitlichste, demokratischste, menschlichste Staat, den es je auf deutschem Boden gab. Gleiches gilt für unser Militär, die Bundeswehr. Auch weltweit muss unsere Bundesrepublik Deutschland keinen Vergleich scheuen. Das heißt nicht: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.“ Das heißt: Deutschland richtet sich nach dem Welt- und Wertmaßstab der Menschen- und Bürgerrechte beziehungsweise den „westlichen Werten“. Das ist keine Selbstüberhöhung des Westens. Das ist die Ausrichtung am Menschen, am Menschen an sich, sei er weiß, schwarz, gelb, Christ oder Nichtchrist. Dazu gehört nicht nur die eigene Freiheit, sondern gerade die Freiheit derer, die anders denken, leben oder lieben. Diese westlichen Werte sind viel älter als „der Westen“. Sie stammen aus dem Osten, aus dem Alten Orient, dem Alten und dann dem Neuen Testament. In beiden heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wie Judentum und Christentum, wie die Bibel, kommt auch der Islam, kommt der Koran aus dem Orient. Orient und Okzident – sie entstammen den gleichen Quellen; auch wenn es viele nicht wissen, manche verdrängen oder verbiegen.“ Bundesverteidigungsministerin von der Leyen teilte den Soldatinnen und Soldaten mit: „Wir würdigen Ihre Eidesleistung heute auch, indem wir uns tief verneigen vor den aufrechten Männern und Frauen, die im Widerstand vor 73 Jahren das Äußerste wagten und ihr Leben gaben. Sie leisteten Widerstand, um in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte, Freiheit und Recht tapfer zu verteidigen.“

 

Text/Foto: VTN