Frauenpower im RBB: Regionale Themen zur Bundestagswahl

Am 19. September gab es eine Sternstunde im Fernsehen! Beim Sender RBB in der Berliner Masurenallee trafen sich die Berliner und Brandenburger Spitzenkandidatinnen zur Bundestagswahl. RBB-Moderator Sascha Hingst war das einzige männliche Wesen in dieser erlauchten Runde. Unterstützt wurde er von seiner Kollegin Sarah Zerdick.

Beide Moderatoren konnten im Studio A die Staatsministerin Prof. Monika Grütters (CDU), Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (DIE LINKE), die ehemalige Brandenburger Ministerin und jetzige SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler, die GRÜNEN-Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock, das Mitglied im Europaparlament Beatrix von Storch (AfD) sowie die Spitzenkandidatin der Brandenburger Liberalen, Linda Teuteberg, begrüßen.

Von 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr machte jede Politikerin den fragenden Gästen im Studio klar, welchen Lösungsvorschlag sie beziehungsweise ihre Partei parat hat zur Beseitigung der nachgefragten Probleme. Die Themen Lohn und Lohngerechtigkeit der Geschlechter, die Integration, Zuwanderung von Asylsuchenden, die steigenden Mieten und der leergefegte Wohnungsmarkt bildeten den Schwerpunkt.

Auf das Ausbluten von Städten und Gemeinden ging man auch ein. Bürger aus Herzberg (Mark) kamen zu Wort. Sie beschwerten sich über einen desolaten Öffentlichen Personennahverkehr und immer noch anhaltender Abwanderung aus dieser Region, die Sascha Hingst liebevoll „Provinz“ nannte.

Nach 22 Uhr gehts nichts mehr

Eine in Charlottenburg im Sendestudio anwesende Bürgerin aus Herzberg (Mark) gab an, wenn ein Kollege sie nicht mit seinem Auto nach Sendeschluss mitnehmen würde „wüsste ich gar nicht, wie ich nach Hause kommen sollte.“ Nach 22 Uhr geht „nichts mehr nach und von Herzberg.“ Bemängelt wurde in diesem Zusammenhang von einem Einwohner in Herzberg: „Man hat zwar einen Bahnhof, aber wann hält hier denn schon mal ein Zug an?“ Die Bürger dort fühlen sich vielfach vergessen. An manchem Bahnhof im Land Brandenburg ist sogar ein Schild mit dem Aufdruck „Zu verkaufen“ angebracht.

Mit Respekt

Sascha Hingst traf den Nagel auf den Kopf, als er am Ende der Sendung meinte, wer jetzt immer noch unschlüssig sei, wen oder was er wählen soll, habe nun sicherlich es nicht mehr schwer, sich in der Wahlkabine für seine Favoritin zu entscheiden. Ein ganz großes Kompliment machte er den Politikerinnen auch. Sie waren friedvoll und behandelten sich mit gegenseitigem Respekt. Das sei bei politischen Herrenrunden „nicht immer unbedingt der Fall.“


Text/Foto: VTN