Berliner Kurstraße soll Hans-Dietrich-Genscher-Straße werden

Die JuLis Berlin-Mitte fordern, die Kurstraße am Werderschen Markt (Auswärtiges Amt) in Hans-Dietrich-Genscher-Straße umzubenennen. Das entsprechende Straßenschild zu dieser Aktion am 13. Mai brachten sie selbst mit. Die JuLis Berlin-Mitte erklärten im Vorfeld: „Der 2016 verstorbene ehemalige FDP-Außenminister steht wie kein anderer für die Überwindung des geteilten Deutschlands. Zur Würdigung seines politischen Erbes soll die Straße am heutigen Standort seines früheren Ressorts nach ihm umbenannt werden.“

Der FDP-Politiker Hans-Dietrich Genscher lebte von 1927 bis 2016. Das Amt des Bundesinnenministers hatte der Liberale von 1969 bis 1974 inne. Danach war er  als Außenminister bis 1992. Darüber hinaus hatte er ein Amt inne, das kaum Beachtung findet bis heute: Das Amt des Vizekanzlers. Die Nachwuchsorganisation der FDP, die JuLis, möchten diesen allseits geschätzten Minister mit einer eigenen Hans-Dietrich-Genscher-Straße würdigen.

An der Aktion nahm auch der Fraktionsvorsitzende der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja, teil. Am Werderschen Markt erklärte er: „Ausdrücklich begrüße ich diese Aktion der JuLis Mitte.“

Julian Otte-Korts (20) ist Bezirksvorsitzender der Jungen Liberalen Berlin-Mitte. Der Jurastudent ist außerdem aktiv bei der Liberalen Hochschulgruppe im Berliner Studentenparlament der Freien Universität (FU). Julian Otte-Korts sagte gegenüber dem Teltower Stadtblatt-Verlag: „Hans-Dietrich-Genscher hat als Außenminister die Wiedervereinigung Deutschlands maßgeblich mitgestaltet und hat stets für die europäische Integration geworben. Er war bis zu seinem Tod Advokat einer verantwortungsvollen und von Dialog geprägter Außenpolitik. Um diesen Verdienst zu würdigen, fordern die Jungen Liberalen Berlin-Mitte mit Unterstützung des Berliner FDP-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Czaja die Umbenennung der Kurstraße am Werderschen Markt, wo das heutige Bundesaußenministerium seinen Sitz hat, in Hans-Dietrich-Genscher-Straße.“

Der Teltower Stadtblatt-Verlag befragte dazu auch David Jahn. Der Reinickendorfer Liberale gehört der BVV an und ist Bezirksvorsitzender der JuLis Nordberlin. David Jahn erklärte: „Hans Dietrich Genscher habe ich sowohl im Geschichtsunterricht als auch in einigen Talkshows kennengelernt. Seinen Mut und die Entschlossenheit habe ich in seinem politischen Handeln stets bewundert, ebenso wie seine klare Einschätzung zu aktuellen politischen Geschehnissen. Genscher prägte Deutschland wie kaum ein anderer Politiker. Daher finde ich die Forderung einer Umbenennung der Straße vor dem Auswärtigen Amt absolut richtig."

Dem Kreistag von Oberhavel gehört der FDP-Politiker Christian Erhardt-Maciejewski an. Der Kreistagsabgeordnete erklärte zu der Aktion: „Hans-Dietrich Genscher war ein großer Liberaler, ein großer Europäer und vor allem ein großartiger Mensch. Seit ich denken kann, war er ein Vorbild für mich. Ich freue mich daher über die Aktion der Jungen Liberalen Berlin-Mitte. Auch bei uns in Oberhavel sollten wir Hans-Dietrich Genscher künftig mit einer Straße gedenken. Gerade in diesen Zeiten, in denen vielen Menschen der Wert eines friedlichen Europas nicht mehr bewusst ist, braucht es die Erinnerung an die Vordenker unseres Europas. Hans-Dietrich Genscher war zweifellos einer der ganz großen unter ihnen.“

Die Redaktion wird umgehend darüber informieren, wenn es am Auswärtigen Amt zu einer Straßenumbenennung kommen sollte.

 

Text/Foto: VTN