3. Kapitel von Shalom-Salam-wohin? uraufgeführt

Am 11. Oktober fand im Tiyatrom, dem Türkischen Theater Berlin-Kreuzberg, die Premiere der 3. Folge von „Shalom-Salam-wohin?“ statt. Aufgeführt wurde das Stück vom Deutsch-Jüdischen Theater.

Die Idee zu diesem Werk stammt von Dan Lahav, dem Intendanten, der im Dezember 2016 verstorben ist. Das Buch schrieb Alexandra J. Frölich mit dem Ensemble. Regie führten Alexandra J. Frölich und Gabo Hoog. Für die Musik sind Alexander Gutman, Ali Riza Türk und Andry Ur verantwortlich gewesen. Eine der Mitwirkenden ist die Schauspielerin Judith Steinhäuser. Man kennt sie unter anderem aus dem Film „Silvi“, der 2013 bei der Berlinale lief. Sie spielte die Karin.

In dem Werk „Shalom-salam-wohin?“ werden die großen und kleine Probleme in einem Haus in der Eisenacher Straße in Schöneberg dargestellt. Es geht von einer Brandstiftung mit Todesfolge bis hin zur Liebe einer Muslima zu einem Juden. Natürlich sind die beteiligten Eltern, Geschwister und Verwandten überhaupt nicht begeistert über diese interreligiöse Liebe. Zumal dann nicht, als die beiden jungen Leute Heiratspläne schmieden und das Thema Übertritt in die andere Religion zur Sprache kommt. All die großen Probleme wie aufkeimender Faschismus, Rassenhass, Ausgrenzung bis hin zu den kleinen „Schmetterlingen im Bauch“ weil Mann und Frau ja so verliebt sind kamen erstklassig beim Publikum an.

Es wurde nicht nur ein Schauspiel angeboten. Das Werk begeisterte auch durch erstklassige Tanzeinlagen, Gesang und Musik. Lautstarker Applaus am Ende der Premiere belohnten die Künstler und Bühnentechniker für ihr Können. Unter den Gästen bei dieser Premiere traf man auch den Schauspieler Manfred Klöss an. Er sprach „von einer ganz grandiosen Leistung der beteiligten Kolleginnen und Kollegen. Glückwunsch meinerseits zu dieser erfolgreichen Premiere.“ Michael Schulz gehörte von 2006 bis 2016 der BVV Reinickendorf an und ist Bundesvorsitzender der Partei „Die Grauen-Für alle Generationen.“ Er wies darauf hin: „Wir leben leider in einer Zeit, wo rechtes Gedankengut wieder meint, Salonfähig zu sein. Daher ist es begrüßenswert, wenn Künstler dagegen mit den ihnen zur Verfügungen stehenden Mitteln wie der Sprache in Büchern und auf der Bühne, durch Gesang und Bilder nicht nur auf die braunen Gefahrenquellen aufmerksam machen, sondern auch aktiv dagegen angehen. So ein Stück muss meiner Meinung nach die Runde in allen Berliner Bezirken machen. Ich werde in meinem Heimatbezirk Reinickendorf mit den Verantwortlichen aus dem Kulturbereich Kontakt aufnehmen, um auszuloten, wie man dieses beeindruckende Stück baldmöglichst aufführen kann.“ Rainer-Michael Lehmann (SPD) gehörte von 2001 bis 2016 dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Er leitet in Berlin den SPD-Arbeitskreis „Selbst Aktiv.“ Rainer-Michael Lehmann betonte: „Wieder einmal hat das Deutsch-Jüdische Theater gezeigt, was es alles auf die Beine stellen kann. Meine Hochachtung gilt dem gesamten Ensemble. Ich werde mich in meiner Partei unverzüglich mit den Kulturpolitikern in Verbindung setzen. Ein solch großartiges Theater verdient es, von staatlichen Stellen angemessene Unterstützung zu erhalten.“

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Text/Foto: VTN