Grüner, wuchernder, wilder, üppiger Garten
Christa Wolfs Kleinmachnow – eine Art Nachruf
Es ist viel geschrieben worden, über Christa Wolf, in den Gazetten, Journalen und Online-Publikationen zu Beginn des letzten Monats. Ihr Ableben am 1. Dezember 2011 war trauriger Anlass nicht nur für Nachrufe, sondern auch für die Auseinandersetzung der schreibenden Zunft mit einer ihrer umstrittenen Vertreterinnen. Christa Wolf war, gerade wegen ihres schaffensreichen Lebens, das sie, mal abgesehen von den frühen Kinderjahren in der Weimarer Republik, durch drei Gesellschaftssysteme führte, Gewährsfrau für eine Biografie der Auseinandersetzung. Es war eine Auseinandersetzung mit sich und der Welt, in der sie lebte – von der Kindheit, die sie durchaus zu einer strammen NS-Gefolgsfrau hätte werden lassen können, bis zu einer freigeistigen Sozialistin, die sich für kurze Zeit gar mit den Schergen eines schlecht verstandenen Sozialismus eingelassen hatte. Ihr literarisches Werk wurde anlässlich ihres Todes kommentiert, interpretiert, gelobt und kritisiert, ihr Leben wohlwollend oder distanziert unter die Lupe des publizierenden Standes genommen. Wenig nur würde man vermutlich Neues erfahren, über den Menschen Christa Wolf und ihre Welt, nach den Feuilletons der vergangenen Wochen.
Doch neben all den hochgestochenen Rückblicken auf die Welt einer Literatin hatte diese Frau eben auch einfach mal gelebt – ganz individuell, mit Mann und Kindern, mit Einkaufen, des Sommers im Liegestuhl sitzen oder mit nachbarschaftlichem Zwist – ein ganz normales, dennoch vielfach ungenormtes Leben, neben dem einer Literaturkoryphäe …
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