Zu schade für die Tonne: So bleiben Beeren länger frisch

Ob solo, im Müsli
oder als Smoothie: Beeren stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala.
Jeder Deutsche verbraucht davon im Schnitt acht Kilogramm pro Jahr.
Viele Beeren landen allerdings ungenutzt im Abfalleimer. Gewusst wie,
bleiben die Sommerbeeren saftig, länger frisch und landen im Magen
statt auf dem Müll.

Pro Person und Jahr
werfen wir rund 55 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne. Und das sind
nur die Abfälle, die in den Privathaushalten anfallen. Wie sich
Lebensmittelabfälle reduzieren lassen, zeigt die Initiative „Zu
gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und
Landwirtschaft – zum Beispiel mit 10 einfachen Tipps, wie Beeren
länger frisch bleiben. Akteure aus Industrie, Handel, Gastronomie
und Landwirtschaft sowie Verbraucherverbänden, Kirchen und NGOs
unterstützen die Initiative.

Tipp 1: Auf Frische achten

Beeren verlieren
nach der Ernte schnell an Aroma. Am besten isst man sie daher direkt
vom Strauch. Viele Landwirte bieten Beerenobst zum Selberpflücken
an. Der Vorteil: Die Früchte sind garantiert frisch und oft
preiswerter als im Handel.

Tipp der Redaktion: In unserer Region gibt es diverse Möglichkeiten, Obst selbst zu pflücken. Eine Übersicht erhält man auf der Seite www.reiseland-brandenburg.de.

Tipp 2: Sicher transportieren

Wer Beeren auf dem
Wochenmarkt oder im Supermarkt kauft, sollte regionale Produkte
wählen. Denn je kürzer der Weg, desto frischer die Beere und desto
unwahrscheinlicher sind Transportschäden. Um das empfindliche Obst
sicher nach Hause zu bringen, gehören Beeren immer ganz nach oben in
den Einkaufsbeutel.

Tipp 3: Kleine Mengen kaufen

Beerenobst sollte
nicht auf Vorrat gekauft werden. Auch nicht, wenn die Früchte noch
unreif sind. Anders als Äpfel, Bananen oder Pflaumen reifen Beeren
nicht nach. Eine Ausnahme bildet die Stachelbeere: Sie kann grün
geerntet werden und entfaltet ihr volles Aroma erst im Laufe der
Zeit. Für alle anderen Beeren gilt – nur reife Früchte und kleine
Mengen kaufen.

Tipp 4 & 5: Kühl und locker lagern

Der ideale Ort, um Beeren zu lagern, ist das Gemüsefach im Kühlschrank. Bei etwa fünf bis sieben Grad bleiben Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren bis zu drei Tage frisch, Heidelbeeren sogar bis zu zwei Wochen. Außerhalb des Kühlschranks hält sich das Obst oft nur einen Tag.

Für eine längere
Haltbarkeit sollten Beeren locker nebeneinander in eine flache Schale
oder auf einen Teller gelegt und anschließend leicht abgedeckt
werden. Druckstellen oder ein Zerquetschen werden so am ehesten
vermieden. Wichtig dabei: Die Früchte nicht vorher waschen, da sonst
ihre natürliche Schutzhülle verloren gehen würde und sie
anfälliger für Schäden werden.

Tipp 6: Täglich kontrollieren

Auch bei guter Lagerung müssen Beeren regelmäßig auf Schimmel kontrolliert werden. Schimmelt eine einzelne Beere, muss aber nicht sofort die gesamte Packung entsorgt werden. Es reicht zunächst, die faulige Frucht und die umliegenden Beeren zu entfernen.

Tipp 7: Feuchtigkeit vermeiden

Feuchtigkeit
begünstigt die Bildung von Schimmel. Ein guter Trick ist es, eine
Lage Küchenpapier unter die Beeren zu legen. Der Saft zerdrückter
Beeren und Kondenswasser werden so direkt aufgesaugt und die anderen
Beeren bleiben trocken. Sobald das Papiertuch feucht ist, sollte es
gewechselt werden.

Tipp 8: Schonend waschen

Beeren müssen besonders vorsichtig gewaschen werden, damit sie nicht an Aroma und Vitaminen verlieren. Am schonendsten ist ein kurzes Bad in stehendem Wasser. Nach dem Waschen die Beeren auf einem Küchentuch abtropfen lassen und vorsichtig abtupfen. Blätter und Stiele werden erst ganz zum Schluss abgeschnitten, damit der Geschmack der Beeren nicht verwässert.

Tipp der Redaktion: Gibt man dem Wasser etwas Natron und Zitronensaft hinzu, wird die Reinigung gründlicher, bleibt aber schonend. Das Natron entfernt innerhalb von 15–20 Minuten Verunreinigungen und Pestizide.

Tipp 9: Mixen, kochen und verrühren

Überreife Beeren
oder solche mit leichten Druckstellen müssen nicht gleich entsorgt
werden. Ob Lassi, Marmelade oder Likör – die süßen Früchte
lassen sich auf vielfältige Weise verarbeiten. Eine schnelle und
einfache Variante sind kalt gerührte Aufstriche. Dafür Gelierzucker
gemäß Packungsbeilage zu den Beeren geben und mit Gabel, Quirl oder
Pürierstab verrühren. Das so entstehende Mus ist gekühlt etwa zwei
Wochen haltbar.

Tipp 10: Beeren einfrieren

Die meisten Beeren
lassen sich problemlos einfrieren und sind bei minus 18 Grad mehrere
Monate haltbar. Die Früchte dafür zunächst waschen, trocknen und
auf einem Teller im Tiefkühler für einige Stunden vorfrieren. Auf
diese Weise kleben sie nicht an der Oberfläche zusammen. Alternativ
kann man die Beeren vor dem Einfrieren pürieren und in
Eiswürfelbehälter abfüllen. Die kleinen Portionen können später
für Smoothie, Joghurt und Shakes verwendet werden.

Unter www.zugutfuerdietonne.de finden sich weitere Tipps zu Lebensmittellagerung und -haltbarkeit, Fakten zur Lebensmittelverschwendung sowie Rezepte für beste Reste.

Text: PM/pst – Bilder: pixabay