Hygge, Honk, Emoji: Neue Wörter braucht das Land

Deutsch ist eine lebendige Sprache, zumindest, was die Erfindung neuer Wörter und deren Aufnahme in unseren Sprachschatz betrifft. Während "Jugendslang" früher kaum breitflächig Beachtung fand, ziehen umgangssprachliche Wörter nun immer öfter auch in den Duden ein. Und das ist hilfreich, denn wer weiß schon auf Anhieb wie Anglizismen (etwa googeln, tindern oder facebooken) im Deutschen richtig geschrieben werden?

Die erste Ausgabe des Dudens umfasste 27.000 Einträge und erschien 1880. Die 27. Auflage erschien vor wenigen Tagen und umfasst mittlerweile 145.000 Stichwörter. Unter anderem enthalten sind jetzt Begriffe wie Schmähgedicht und Flexitarier, aber auch futschikato oder Hygge.

Alles Hygge?

Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens YouGov zeigt, bei welchen Wörtern die Deutschen eine Eintragung im Duden wirklich für sinnvoll halten. Das Wort „Selfie“ kennt nahezu jeder, nur ein Prozent gab an, es nicht zu kennen. Dementsprechend hoch ist auch die Zustimmung, dass es eine Eintragung im Duden bekommt. Die geringste Zustimmung erhält das Wort „Hygge“. 39 Prozent der 1.000 Befragten gaben an, es nicht zu kennen, nur 8 Prozent sprachen sich für eine Aufnahme in den Duden aus, wie die Grafik von Statista zeigt.

Infografik: Was ist eigentlich Hygge? | Statista 

Ein Wort, welches im Duden steht und kaum gekannt oder benutzt wird? "Hygge" ist ein Hipster-Wort, das sich vielen überhaupt nicht erschließt. In nordischen Ländern sieht das schon ganz anders aus. Dort wird "Hygge" häufig benutzt, denn es bezeichnet ein Glücksgefühl – das Leben genießen und happy sein. Hyggelig ist im dänischen und norwegischen einfach alles, was gemütlich ist.

Berlinerisch ist cool

Während viele Menschen – zumindest jüngere – wissen, dass "Honk" einen intellektuell etwas unterbelichteten Menschen bezeichnet, weiß kaum jemand, was ein Flexitarier ist. Kleine Aufklärung gefällig? "Eine Person, die sich überwiegend vegetarisch ernährt, aber auch gelegentlich hochwertiges, biologisch produziertes Fleisch zu sich nimmt" – steht im Duden.

In den Duden geschafft haben es nun auch Wörter, die für Berliner und Brandenburger seit langem alltäglich sind – ick/icke und Späti (kurz für Spätkauf) gehören jetzt hochoffiziell zur deutschen Sprache. Glückwunsch!

Text: pst /PM – Bild: statista/Verlag