Für jedes Kilo weniger ein Fettbällchen mehr

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden", steht im Eingangsbereich des Teltower Fitnessstudios Mrs. Sporty. Eine Weisheit, die auf die Kundinnen zuzutreffen scheint: Nicht wenige verlassen das Studio ausgepowert, aber mit einem Lächeln im Gesicht.

Das Konzept des familienbetriebenen Studios ist einfach

Gearbeitet wird nicht mehr an hydraulischen Geräten, sondern mit dem eigenen Körper. Jedes Mitglied erhält eine Karte mit seinem personalisierten Trainingsprogramm. An sogenannten Pixformance-Geräten wird die Karte gescannt, wenige Sekunden später wird auf einem großen Bildschirm die Übung aus dem jeweiligen Trainingsplan angezeigt. Die virtuelle Person auf dem Display gibt die Wiederholungen und das Tempo vor. Am Ende einer jeden Übung ist dann zu sehen, wie gut sie absolviert wurde oder wo es Verbesserungspotenzial gibt.

Wer das erste Mal das Mrs. Sporty-Studio besucht (ein kostenloses Probetraining nach Anmeldung ist möglich), bei dem wird zuerst der Blutdruck gemessen. „Wir haben öfters Frauen hier, deren Blutdruck viel zu hoch ist. In diesem Fall muss der Blutdruck zunächst vom Arzt durch Medikamente eingestellt werden, bevor das Training beginnen kann. Wir wollen kein Risiko eingehen", erklärt Trainerin Wenke Schönherr. Ist der Blutdruck okay, wird der spätere Trainingsplan darauf abgestimmt. „Dabei ist es dann auch unser Anliegen, den Blutdruck mithilfe von Sport zu senken."

Mrs. Sporty Trainingscomputer
Der Trainingscomputer zeigt, wie es geht.

Persönlicher Trainingsplan und regelmäßige Check-ups

Mithilfe eines Körperanalysegerätes werden Körperfettanteil, Muskelmasse und Wasser im Körper gemessen und ein erster Trainingsplan erstellt, der auf die Wünsche und die aktuelle Fitness der Kundinnen eingeht. Insgesamt gibt es in dem Studio 18 Stationen, die jeder zweimal während eines Trainings durchläuft. Ein Trainer steht immer in der Mitte des Zirkels, um eventuelle Haltungsfehler zu korrigieren oder Tipps zu geben. Im Rhythmus von sechs Wochen erhält jedes Mitglied ein persönliches Gespräch, einen Check-up, bei dem alle Werte überprüft werden, und einen neuen Trainingsplan.

Wenke selbst ist das beste Beispiel dafür, dass das Konzept funktioniert. Vor fünf Jahren wog sie 115 Kilo. „Der Job als Trainer interessierte mich, doch mit meinem Gewicht damals hätte das unglaubwürdig gewirkt." Wenke begann, im Studio zu trainieren und nahm mit Sport und einer Ernährungsumstellung innerhalb von zwei Jahren 37 Kilogramm ab. Seit drei Jahren arbeitet sie als Trainerin. Mit ihrer Gewichtsabnahme ist sie nicht allein.

Fettbällchen als Motivationsschub

Im Fitnessstudio sind zwei gläserne Säulen mit beschrifteten Tischtennisbällen bis zum Rand gefüllt. „Das sind unsere Fettbällchen. Für jedes abgenommene Kilo einer Kundin wird ein Ball hinzugefügt", erklärt Wenke. 6.500 Bälle sind es bereits. Zusätzliche Motivation gibt es durch sogenannte „Schweinehund-Anrufe". „Ist ein Mitglied länger als drei Wochen nicht bei uns, ohne sich abgemeldet zu haben, rufen wir an und vereinbaren einen Termin für ein Motivationstraining", erklärt ­Wenke. Mit Erfolg: Die Quote der Personen, die das regelmäßige Training abbrechen, liegt bei etwa drei Prozent.

Aktuell trainieren knapp 750 Mitglieder in dem Studio nahe des Teltow­kanals. Damit ist es eines der mitgliederstärksten Mrs. ­Sporty-Studios in ganz Europa. Den Grund für die Beliebtheit sieht Wenke im Konzept von Mrs. Sporty: „Bei uns ist die Atmosphäre sehr familiär, wir sprechen uns alle mit Vornamen an, und jeder, egal ob dick oder dünn, jung oder alt, ist hier gerne gesehen und kann unser Trainingskonzept umsetzen. Unser jüngstes Mitglied ist zehn Jahre alt, unser ältestes stolze 86 Jahre."

 

Text: ste