Kleinmachnow: Neues Opernprojekt soll Image entstauben

Das Opernprojekt „Fantastic Opera“ soll jungen Leuten wieder Lust auf die Oper machen. Dafür haben die Initiatoren Ilona Nymoen und Dirk Zeugmann das klassische Genre entstaubt und bringen mit „Die Vier in Sevilla“ ein Medley aus den berühmtesten Arien und in moderner Aufmachung auf die Bühne.

Zu steif der Gesang, die Texte unverständlich, das ist vor allem bei Schülern eine weit verbreitete Meinung über die Oper. Auch von seinen Töchtern musste Zeugmann sich ähnliche Äußerungen anhören. Er kam auf die Idee, eine Variante auf die Bühne zu bringen, die eine niedrige Hemmschwelle hat. Die Darsteller tragen keine Roben, sondern Jeans, T-Shirt und auch mal einen Motorradhelm, es gibt keine Requisiten. Die Lieder werden auf Deutsch gesungen und statt eines pompösen Konzertsaals wird an einen für die Oper untypischen Ort gespielt, in diesem Fall die Neuen Kammerspiele. „Die Zuschauer erleben die Oper so sehr direkt und unmittelbar“, sagt Nymoen.

Auch wenn Nymoen bei dem Projekt auf alles Typische aus ihrem Berufszweig verzichten will, bei den Stimmen macht sie keine Kompromisse. „Mir ist es wichtig, dass der künstlerische Anspruch hoch ist, nur so kann man überzeugen. Die Zuschauer sollen erleben, welche Kraft die Stimme hat.“ In dem Stück geht es um zwei Paare, die die unterschiedlichsten Emotionen wie Eifersucht, Verzweiflung oder eine Midlife Crisis durchmachen. Eben das, was jeder Mensch schon erlebt hat. „Unser aller Thema ist die Liebe, daran kommt man nicht vorbei. Und es stirbt auch keiner, wie es in vielen Opern üblich ist.“

Am 19. Mai feiert das Stück um 20 Uhr in den Neuen Kammerspielen Premiere. Eine Karte kostet im Vorverkauf 23 Euro. Eine kürzere Version wird es bei der Italienischen Nacht am 30. Juni auf dem Rathausmarkt geben.

Text/ Foto: Redaktion TSB

 

Eine ausführlichen Bericht finden Sie ab 1. Mai im neuen Lokal.report