Frankfurter Buchmesse: Mehr Besucher als 2016

Mit einem Besucherplus von 6,5 Prozent am Messewochenende ist die 69. Frankfurter Buchmesse am 15. Oktober zu Ende gegangen. Rund 4.000 Veranstaltungen und Aussteller aus mehr als 100 Ländern waren in diesem Jahr dabei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hatten die Frankfurter Buchmesse am 11. Oktober gemeinsam eröffnet. In diesem Jahr war Frankreich das Partnerland. Die beiden Staatsoberhäupter setzten ein starkes Zeichen für ein Europa der Kultur.

Traditionsgemäß wurde am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse auch der mit 26.000 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Preisträgerin in diesem Jahr war die 1939 geborene kanadische Autorin Margaret Atwood. Die Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin für Kultur, Prof. Monika Grütters, war bei der Preisverleihung im Frankfurter Römer ebenfalls anwesend. Im Rahmen der 69. Frankfurter Buchmesse kamen rund 287.000 Besucher in die Messehallen. Das ist ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aus 102 Ländern präsentierten sich 7.300 Verlage. Selbst der nur 0,5 Quadratkilometer große Vatikanstaat war mit einem Verlag in Frankfurt präsent. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse fanden 4.000 Lesungen, Podiumsdiskussionen, Schauspiel-, Gesang- und Tanzaufführungen in den Messehallen statt. Gekocht und Getränke gemixt wurde in einigen Messehallen auch. Konnten doch auf diese Art und Weise die Autoren von Kochbüchern und Fachbüchern zum Vorbereiten von Drinks gleich das Publikum mit den in den Büchern nachzulesenden Rezepturen begeistern. Zahlreiche Politiker, darunter die französische Kulturministerin Françoise Nyssen, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles, der SPD-Vorsitzende Martin Schulz und der Präsident der Europäischen Linken, der Berliner Bundestagsabgeordnete Dr. Gregor Gysi, besuchten die Frankfurter Buchmesse. Überschattet wurde die Buchmesse durch Konfrontationen zwischen rechten und linken Gruppierungen. „Auf der Frankfurter Buchmesse kommen an fünf Tagen mehr als 280.000 Besucherinnen und Besucher aus über 150 Ländern zusammen. Sie ist ein Ort, der von einer enormen Vielfalt an Meinungen lebt. Wir lehnen die politische Haltung und verlegerischen Aktivitäten der Neuen Rechten entschieden ab. Dennoch sind wir als Veranstalter der größten internationalen Messe für Bücher und Medien dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verpflichtet. Konflikte bleiben hier nicht aus. In diesem Jahr wurden wir Zeugen von Handgreiflichkeiten, die von der Polizei aufgelöst wurden. Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung verurteilen wir aufs Schärfste“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

„Unsere Gesellschaft steht vor großen Fragen und Herausforderungen – das war auch auf der diesjährigen Buchmesse spürbar. Gerade jetzt sind Verlage und Buchhandlungen gefragt, um Debatten anzuregen, den Dialog und die politische Auseinandersetzung zu fördern. In den vergangenen Tagen hat sich die Buchbranche lebendig und vielfältig gezeigt und einen starken Appell für Meinungsfreiheit und Pluralismus, für eine offene und tolerante Gesellschaft von Frankfurt aus in die Welt gesendet“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die 70. Frankfurter Buchmesse im Jahre 2018 wird Georgien als Partnerland begrüßen.

 

Foto: Angela Merkel und der franzoesische Praesident Emmanuel Macron drucken die Deklaration der Menschenrechte auf einer Replica einer Gutenberg Druckmaschine.

 

Text: VTN/Foto: Marc Jacquemin/ Frankfurter Buchmesse

 

 

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