Samstag, 04. Februar 2012

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„Da sind schon Tiere drin“ - Die lokal.reporter stecken knietief im Dreck

Ein wenig wirkt es wie die Ausstellungsfläche eines großen Möbelhauses, das Gelände Potsdamer Straße/Ecke Weserstraße in Teltow. Aus goldgelbem Laub ragen die Artefakte einer Wohnzimmermöblierung, die im letzten Jahrtausend wohl als schick galt. Wenige Meter weiter im Gestrüpp lädt ein liebevoll mit Euro-Paletten eingehegtes Separee zum Probesitzen. Nein, sie möchte sich erstmal lieber nicht setzen, die lokal.reporterin. Mag der Kollege lokal.reporter sie noch so sehr um die entsprechende Foto-Pose bitten. „Hier guck doch!“ Sie weist auf eine braune Couch mit zart-weißem Schimmelpilz-Bezug. „Da sind schon Tiere drin.“

Die Region ist von Zuwanderung geprägt. Wer hier raus zieht, träumt von einer grünen Oase vor den Toren der großen Stadt. Augenscheinlich endet die aber für viele bereits am eigenen Grundstückszaun.

 „Säckeweise Kronkorken“

„Teltow blüht auf“, war eine der großen Parolen des Jahres. Das einzige, was hier blüht, sind die langsam verblassenden floralen Muster auf einem Sofa an der Potsdamer Straße. „Wir kennen das Problem“, erklärt Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt, als er von den lokal.reportern mit diversen Müllecken im Stadtgebiet konfrontiert wird. „Wir haben leider keine rechtliche Handhabe – wir können nur die Eigentümer auffordern, den Müll zu beseitigen“, so Schmidt weiter. Und damit wäre der Kern des Problems ausgemacht: Der größte Teil des widerrechtlich abgelegten Mülls landet auf leerstehenden privaten Flächen. Entweder sind diese Grundstücke nicht komplett eingezäunt, wie das an der Potsdamer Straße, oder eben so verwildert, dass sie prädestiniert sind, als innerörtliche Deponie zu fungieren. Beispielsweise an der Lichterfelder Allee1. Aus blauen Säcken und verrottendem Baumverschnitt erhebt sich majestätisch Mont Klamott. Styropor-Bruch von mehr als zwei Meter Länge, Bauschutt und ein halbes Dachgestühl bilden die Kulisse für etwa 100 Meter vom Kupferkern befreites Starkstromkabel. (Lesen Sie dazu Die lokal.reporter 11/2011.) 

Der Müll, der auf städtischem Gebiet illegal zum Liegen kommt, wird regelmäßig vom Bauhof entsorgt – auf Kosten des Steuerzahlers selbstredend. Die zwei Straßenläufer der Stadtverwaltung können, so Schmidt, nicht permant auf Lauer liegen, um private Müllentsorger inflagranti zu überführen. Jenen unbekannten Verursachern überhaupt eine Ordnungswidrigkeit nachzuweisen, ist quasi kaum möglich und ohne Beweisfoto gar nicht zu machen. Dennoch ist die Verwaltung für jeden Hinweis dankbar. Besonders über den „Maerker“ (www.maerker.brandenburg.de) erreichen die Mitarbeiter nützliche Informationen. Gelingt es, was sehr selten der Fall ist, Müllsünder dingfest zu machen, hängt die Ordnungsstrafe von der Müllmenge ab.

Welche Ausmaße die illegale Entsorgung annehmen kann, war während des letzten Halbmarathons am Teltowkanal zu sehen: Ein Polizeiboot hatte ein DIXI-Klo im Schlepptau. Nur wenige Tage zuvor wurde gar ein in Berlin als gestohlen gemeldeter VW Passat aus dem Kanal gezogen. Werden die Entsorger immer dreister? „Da gibt´s wirklich nichts, was nicht in die Gegend gelegt wird“, so Schmidt. „In der Kanalaue hat mal jemand ´säckeweise Kronkorken entsorgt. Böse sind aber vor allem die Konterminationen in naturschutzrelevanten Bereichen, wie eben der Kanalaue.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des lokal.reports oder hier online.

„Da sind schon Tiere drin“ - Die lokal.reporter stecken knietief im Dreck