Samstag, 04. Februar 2012

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Wände, die Geschichten erzählen könnten - Familie Durek war im Güterfelder Schloss zu Hause

Das über 200 Jahre alte Güterfelder Schloss, das schon einige Schlossherren besaß und damit bewegte Zeiten überdauert hat, wurde 2010 an die Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH aus Nürnberg verkauft (SOA berichtete). Ab Januar wird die Gesellschaft das stark sanierungsbedürftige Schloss aufwändig aus- und umbauen und luxuriöse Eigentumswohnungen entstehen lassen. „Der Bauantrag ist durch.“, bestätigte der Technische Leiter des Nürnberger Unternehmens, Michael Habel. „Aktuell ist die Baustelle jetzt eingerichtet, es werden noch Entrümplungsarbeiten durchgeführt, und sobald die letzten Vergabetermine stattgefunden haben, wollen wir anfangen“, sagte er. „Die geplanten Eigentumswohnungen sind komplett verkauft“, teilte das Unternehmen außerdem mit, Stahnsdorfer seien jedoch nicht unter den zukünftigen Schlossbewohnern.

Dass das schöne alte Schloss nun eine neue Bestimmung erhält und nicht verfällt, darüber freut sich auch Florian Durek. Der heute 84-Jährige erinnert sich genau, wie er 1952 mit seiner Frau Magdalena, die ausgebildete Pflegerin war, in die Bedienstetenwohnung im linken Flügel des maroden Schlosses zog. Auf Beschluss der damaligen politisch Verantwortlichen sollte es ein Feierabendheim werden. Doch bewohnbar war es nicht, denn damals stand es auch schon kurz vor dem Verfall. Von 1920 an war das Schloss ein Sanatorium und Waisenhaus, im Zweiten Weltkrieg zog die SA-Standarte „Feldherrenhalle“ dort ein, und nach dem Kriegsende wurde es Quartier der Roten Armee. Einige Jahre stand das Gebäude noch leer, dem Vandalismus in den schlechten Nachkriegsjahren ausgesetzt.

Foto: privat

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