Samstag, 04. Februar 2012

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Hoch qualifiziert, aber keinen Job

Fraueninfothek: Neue Anlaufstelle im Bezirk für Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen

„In unserem Bezirk gibt es weniger Frauen, die einen Job haben, als in anderen Berliner Bezirken“, sagt die Diplom-Kauffrau Angela Dovifat. Das belegten aktuelle Zahlen. Trotz des überdurchschnittlichen Bildungsstandes der Steglitz-Zehlendorferinnen seien vergleichsweise wenige erwerbstätig. Unter anderem aus diesem Grund ist jetzt die Fraueninfothek eingerichtet worden, eine Anlaufstelle für Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen.
Seit August finden dort Beratungen statt. Angela Dovifat und Angela Klingsporn sind die Projektleiterinnen und berichten über ihre ersten Erfahrungen. „Die Frauen, die zu uns kommen, sind tatsächlich alle hoch qualifiziert, mussten aber wegen der Kinder ihren Beruf aufgeben“, erzählt Klingsporn. Der Zeitraum variiere zwischen sechs und 20 Jahren. Diese klare Tendenz habe die Beraterinnen selbst überrascht. Bei den Frauen bestehe nun eine große Unsicherheit hinsichtlich ihrer eigenen Fähigkeiten.
In den kostenlosen Einzelberatungen werden deshalb zunächst das individuelle Wissen und die Fachkompetenzen der jeweiligen Hilfesuchenden sowie die persönlichen Rahmenbedingungen analysiert. Auf dieser Basis erschließen sich dann mögliche Tätigkeitsfelder. Die Beraterinnen der Fraueninfothek helfen sowohl bei der Auswahl geeigneter Stellenangebote als auch bei dem anschließenden Bewerbungsverfahren. „Das Ziel ist, eine neue Berufsorientierung und eine Strategie für den Wiedereinstieg zu entwickeln“, konkretisiert Klingsporn.
Neben den Beratungen sollen künftig auch Workshops angeboten werden. Themen wie „Balance zwischen Berufs- und Privatleben“, „Zeit- und Stressmanagement“ oder „Potenziale von Onlinebewerbungen“ könnten dann auf der Tagesordnung stehen. In den Workshops treffen sich Frauen in ähnlichen Lebenssituationen, die untereinander ihre Erfahrungen austauschen. Ein zusätzliches Angebot werden darüber hinaus noch Vorträge von berufstätigen Frauen sein, die in verschiedenen Branchen arbeiten.
Die Fraueninfothek Steglitz-Zehlendorf in der Markelstraße 19 ist ein Projekt des bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit und wird gefördert vom JobCenter des Bezirkes, vom Europäischen Sozialfonds und vom Land Berlin. Initiatorin war die Frauenbeauftragte des Bezirkes, Hildegard Josten. Der Träger der Fraueninfothek ist der gemeinnützige Berliner Verein beziehungsweise die gemeinnützige GmbH „Goldnetz“.
Interessierte Frauen können sich unter der Telefonnummer (0 30) 54 59 11 03 für ein Vorgespräch anmelden. Die aktuellen Termine werden künftig auch auf der Homepage unter www.fraueninfothek-berlin.de bekannt gegeben. Ein generelles Angebot ist der so genannte offene Vormittag jeweils freitags von 10 bis 14 Uhr. Dort können sich Frauen spontan zum Beispiel beim Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen oder bei Fragen zur Online-Bewerbung helfen lassen.

Hoch qualifiziert, aber keinen Job