Mit 16 null Bock auf Politik?
Vier Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen, eine Enthaltung – durchgefallen der Vorschlag der Koalitionsfraktionen des Landes Brandenburg, das Wahlrecht auf Landes- und Kommunalebene auf 16 Jahre herbzusetzen – zumindest im Kurs Politische Bildung einer 12. Klasse der Kleinmachnower Gesamtschule. Während sich die Landesregierung freimütig „Mehr Demokratie in Brandenburg“ auf die Fahnen einer umfassenden Wahlrechtsreform geschrieben hat, diskutieren darüber die Kleinmachnower Schüler im Alter von 17 bis 19 Jahren skeptisch und durchaus selbstkritisch.
„Mit 16 haben die meisten Leute doch nur Saufen und Kiffen im Kopf“, wirft Christian provozierend in die Runde. Wenn sich in seiner Jahrgangsstufe gerade mal ein gutes Dutzend Schüler für einen PB-Kurs entscheidet, während sich die große Mehrheit in zwei volle Geografie-Kurse drängt, dann offenbare sich darin allgemeines politisches Desinteresse unter den Jugendlichen. Christian meint: „Das Wahlrecht ab 16 sollte erst dann eingeführt werden, wenn es die Jugend von sich aus fordert.“ An diesem Punkt kann sich die PB-Lehrerin Katrin Schöning ein Schmunzeln nicht verkneífen. Da werde man ewig warten. Die Lehrerin, eine klare Verfechterin des Wahlrechts ab 16, hält dagegen: „Demokratie lernt man doch nicht auf Knopfdruck mit 18.“ Es gehe darum, sich bewusst einzumischen und auch gegen die Trägheit anzukämpfen. „Indem wir Schülersprecher, Schüler- und Elternvertreter wählen, üben wir bereits Demokratie in unserem Rahmen“, sagt sie. Wahlrecht ab 16 begreift die Lehrerin als Chance, politisches Bewusstsein unter jungen Menschen zu fördern. Ob nun mit 16 oder 18 an die Wahlurne treten – diese zwei Jahre machen für Einige gar nicht so einen großen Unterschied. Damit überhaupt die Jüngeren zur Wahl gehen, müsse die Politik interessanter werden für die Jugendlichen, findet Lisa.
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