Donnerstag, 09. Februar 2012

Weitere Produkte

Weitere Produkte des Stadtblatt-Verlages

Wer ist online

Wir haben 28 Gäste online

„Mir war auf Erden nicht zu helfen“

Kleinmachnower Heimatverein gedenkt Heinrich von Kleist. Sie gingen gemeinsam in den Tod. Der junge, mittellose und immerfort traurige Dichter, weil seine literarischen Ergüsse bei seinen Zeitgenossen wenig Anerkennung fanden. Die junge Frau, weil sie an Krebs erkrankt war.

Am Nachmittag des 21. November 1811 schoss Heinrich von Kleist (geb. 18. Oktober 1777) am Stolper Loch, dem heutigen Kleinen Wannsee, zunächst seiner Gefährtin Henriette Vogel (geb. 1780) in die Brust. Anschließend richtete er die Pistole auf sich selbst, um sich eine Kugel in den Mund zu jagen. Beide sollen scherzend und wie Kinder spielend in den Tod gegangen sein. Im Gasthof „Stimmings Krug“, unweit der Bismarckstraße, hatte das junge Paar zuvor Kaffee und Rum bestellt und sich damit ins herbstliche Wäldchen zurückgezogen. Dann fielen die Schüsse. Es war Kleists letzte Inszenierung.

Zwar kamen der 34-jährige Schriftsteller und seine um drei Jahre jüngere Begleiterin auf Kleinmachnower Gemark zu Tode, das Areal gehörte zum Besitz derer von Hake, doch findet sich der Kirchenbucheintrag zum Ableben der beiden im benachbarten Stahnsdorf. Denn bis 1955 gehörte Kleinmachnow dem Kirchensprengel Stahnsdorf an.

Begraben sind die unglücklichen Seelen aber wiederum am Ort ihres selbstgewählten Todes, auf einem kleinen Hügel nah am See. Selbstmord wurde zu jener Zeit von kirchlicher Seite geächtet, und so blieb Selbstmördern die letzte Ruhestätte auf Friedhöfen verwehrt.

Kleists Grab fristete in den folgenden Jahren ein trauriges Dasein – ganz so, wie der Dichter zu seinen Lebzeiten. Doch wurden seine Werke posthum entdeckt und Kleists großes Talent immer mehr bewundert und geschätzt. Besonders nach der Reichsgründung 1871 setzte eine Kleist-Renaissance ein. Zum Jubiläum 2011 wurde das Grab nun umfangreich restauriert und der Grabstein wieder mit dem ursprünglichen Spruch versehen, der 1941 von den Nazis entfernt worden war: „Er lebte, sang und litt in trüber schwerer Zeit, er suchte hier den Tod, und fand Unsterblichkeit.“

Seit 1969 wird „dem armen Kauz aus Brandenburg“, wie Kleist sich einmal selbst bezeichnete, in seiner Heimatstadt Frankfurt/Oder ein ganzes Museum gewidmet. Dr. Wolfgang de Bruyn leitet das Haus, was nach Einschätzung von „Die Zeit“ zu den schönsten Literaturmuseen Europas gehört. Die Anerkennung, die Heinrich von Kleist zu Lebzeiten verwehrt war, wird ihm nun anlässlich seines 200. Todestages im Kleist-Jahr 2010 zuteil. Nicht nur in der Geburtsstadt des Dichters und im Schweizer Thun, wo Kleist einige Jahre verbrachte, finden in diesen Tagen Veranstaltungen statt, auch weltweit gedenkt man Kleists, der mit seinem radikalen Werk seiner Zeit voraus war und daran zerbrach. Nun widmen sich alle seinem vielseitigen Œuvre. Kleist genügten nur wenige Jahre, um ein Lebenswerk zu hinterlassen. Auch der Kleinmachnower Heimatverein erinnerte sich seines berühmten Toten. Am 14. November ...

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des lokal.reports oder hier online.

„Mir war auf Erden nicht zu helfen“