Freitag, 18. Mai 2012

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Nicht allein lassen: Hilfe für Mütter und ihre Babys

Gesundheitsamt vermittelt Familienhebammen in Steglitz-Zehlendorf

Was soll nur aus mir und meinem Kind werden und wieso schaffe ich es nicht, dass mein Baby aufhört zu schreien? Für Schwangere oder junge Mütter beziehungsweise Väter, die verzweifelt sind und sich zum Beispiel solche Fragen stellen, gibt es im Bezirk ein neues Hilfsangebot. Seit November letzten Jahres sind in Steglitz-Zehlendorf für junge Familien in Not speziell ausgebildete Familienhebammen unterwegs.

Das Projekt läuft in Kooperation mit der Stiftung „Eine Chance für Kinder“ und dem Bezirksamt. Es ist zunächst für drei Jahre befristet. Als Anlaufstelle fungiert das Gesundheitsamt. „Bei einer schwangeren Frau sollte nicht nur der medizinische Aspekt der Geburt gesehen werden, sondern auch der Mensch in seiner gesamten Lebenssituation“, erklärt Christiane Franke vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, die das Projekt koordiniert. Denn die Geburt eines Kindes sei ein einschneidendes Erlebnis für jede Mutter und verändere alles.

Wo die Arbeit einer gewöhnlichen Hebamme im Regelfall acht Wochen nach der Entbindung endet, kommt die Familienhebamme zum Einsatz. Sie unterstützt die junge Mutter bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes. Sie gibt zum Beispiel Tipps in medizinischen Fragen, bei psychischen und gesundheitlichen Problemen oder auch bei der Pflege des Kindes. „Wir sehen uns als Lotsen und sind außerdem die Türöffner für weitere Hilfsangebote“, sagt Verena Schurr, stellvertretend für ihre Kolleginnen. Sie, Heike Schmedes-Bindra und Gisela Hilland sind die Familienhebammen in Steglitz-Zehlendorf. Alle drei Frauen können auf eine jahrelange Berufserfahrung als Hebamme zurückschauen. In einem zertifizierten Weiterbildungslehrgang von der Stiftung „Eine Chance für Kinder“ haben sie sich zusätzlich zur Familienhebamme ausbilden lassen.

Mit weiteren Hilfsangeboten ist ein Netzwerk aus Ärzten, freien Trägern, Therapeuten, Angeboten des Jugendamtes und anderer Behörden gemeint. „Man kann mit der Hilfe nie früh genug anfangen“, sagt Renate Agnes Dümchen, die Kinderschutz-Koordinatorin im Gesundheitsamt. Denn Kinderschutz beginne genau dort, wo das Kind wachse und gedeihe. Man dürfe nicht warten, dass aus Risikolagen später Problemlagen würden.

Das Familienhebammen-Projekt in Steglitz-Zehlendorf ist neben den bereits bestehenden Angeboten ein zusätzlicher Baustein der „Frühen Hilfen“. Die hilfesuchenden Familien werden in gesundheitlicher und psychosozialer Hinsicht betreut und unterstützt. Jeweils mit dem Ziel vor Augen, der Mutter eine problemlose Schwangerschaft und Geburt zu ermöglichen sowie danach die Voraussetzungen für eine positive Einstellung gegenüber ihrem Neugeborenen zu entwickeln. Das Angebot ist für die Hilfesuchenden kostenfrei. Auch wer nicht krankenversichert ist, kann die Hilfe der Familienhebammen in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es bei Christiane Franke vom Gesundheitsamt unter Telefon (0 30) 9 02 99 57 46 oder auf der Homepage der Stiftung unter www.eine-chance-fuer-kinder.de.

Text/Foto: Anett Kirchner

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