Donnerstag, 09. Februar 2012

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Israel ist nicht gleich Israel

Wenn es um Israel geht, herrscht Nachholebedarf. Zu dieser Erkenntnis kamen 180 Brandenburger Schülerinnen und Schüler, die am 23. November am Projekttag „Israel anders erleben“ im LISUM teilnahmen. Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg organisierte gemeinsam mit der Botschaft des Staates Israel, dem American Jewish Committee (AJC), dem Institut Neue Impulse e.V. und dem Bildungsministerium dieses jahrgangsübergreifende Schülerprojekt.

Das Israelbild, das in den Medien verbreitet werde, stehe im Gegensatz zu dem, was die Schüler an diesem Tag erfahren haben: Es gäbe nicht nur Hass und den fortwährenden Nahost-Konflikt, so die Jugendlichen.„Das Projekt haben wir allen Schulen Brandenburgs angeboten“, so Lena Altman vom AJC. „Aber viele Direktoren hatten Vorbehalte gegenüber der Veranstaltung“, so Altmann weiter. Aus der näheren Umgebung haben nur Schüler des Ludwigsfelder Marie-Curie-Gymnasium am Israel-Tag teilgenommen.

Die Schülerinnen und Schüler, deren Schulen dem Israel-Projekttag aufgeschlossen gegenüberstanden, waren mit umso mehr Neugier und Wissensdurst dabei. Nach mehrstündigen Workshops, in denen z.B. zur Jugendkultur und zum Schul- bzw. Parteiensystem Israels informiert und diskutiert wurde, nutzten die Neun- bis Elfklässler die Möglichkeit, ihre Bildungsminis-terin Dr. Martina Münch sowie den Gesandten der Israelischen Botschaft, Emmanuel Nahshon, zu löchern. „Warum ist Israel nicht im Lehrplan verankert?“, wollten die Jugendlichen wissen. Dr. Martina Münch erklärte, dass Israel durchaus Bestandteil des Rahmenlehrplans sei. Sie wolle dennoch schauen, was sich da machen ließe. Aber im Lehrplan stehe viel, so eine Lehrerin. Nur ließen sich die Themen zeitlich schwer umsetzen. Die Ministerin sehe bei den Fachlehrern dennoch eine gewisse Restverantwortung. Aber warum seien dann ausgerechnet die Pflichtstunden in Politischer Bildung und Geschichte gekürzt worden? Dies sei nach Meinung der Schüler der ideale Ort, das Thema zu transportieren. „Die Schule kann selbst entscheiden, wo sie innerhalb des Kontingents Schwerpunkte setzt“, erklärte Münch. Ob das vor dem Hintergrund Rechtsextremismus reicht? Den Schülern offensichtlich nicht.    

Text/Foto: C. Schimpf

Israel ist nicht gleich Israel