Donnerstag, 09. Februar 2012

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„In Abgrenzung zu dem kalten Kommerz …“

Modellprojekt für mehr Nachbarschaft und Gemeinschaft rund um den  U-Bahnhof Onkel Toms Hütte gestartet

Die Nachbarschaft und Gemeinschaft fördern, sich mit dem eigenen Kiez identifizieren und neue zukunftsfähige Projekte schaffen – all das sind die Ziele eines Modellprojektes, das jetzt rund um den U-Bahnhof Onkel Toms Hütte initiiert wird.
„Ich sehe darin ein großes Potenzial für die nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweisen in unserem Kiez“, freut sich Dr. Ute Scheub vom Nachbarschaftsverein der Papageiensiedlung, der unter anderem Partner des Projektes ist. „Mit Hilfe des Projektes ist es möglich, die denkmalgeschützte Ladenstraße als sozialen Treffpunkt wiederzubeleben – auch  in Abgrenzung zu dem kalten Kommerz, der auf dem Gewerbegebiet Truman Plaza entstehen wird“, erklärt Scheub. Der Architekt Bruno Taut habe die Onkel-Tom-Siedlung einst mit einem großartigen Gefühl für das richtige menschliche Maß gebaut. Er habe durch seine Bauweise dazu beigetragen, dass nachbarschaftliche Kontakte entstehen und erstarken. „Und dieses Gemeinschaftsgefühl hat sich in unserer Siedlung bis heute erhalten“, findet Scheub.
Neben dem Nachbarschaftsverein Papageiensiedlung sind die Abteilung Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf, das JobCenter, das Unternehmen Immobilien-Ansorge Berlin und die Interessengemeinschaft Ladenstraße an dem Projekt beteiligt. Der offizielle Titel lautet „Neue Arbeit im Zukunftskiez Onkel-Toms-Hütte“. Projektträger ist das Büro für zukunftsfähige Entwicklung und Kommunikation, kurz genannt „aha“. Finanziell gefördert wird das Projekt unter anderem vom Land Berlin und von der Europäischen Union.
Der Stadtteil um den U-Bahnhof Onkel Toms Hütte verändert sich. Die Bewohner werden älter und gleichzeitig ziehen junge Familien mit Kindern in den Kiez. Das schafft neue Situationen, unter anderem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung, Mobilität und Wohnen. „Ältere Menschen benötigen zum Beispiel Begleitdienste oder handwerkliche Dienstleistungen, junge Familien brauchen Hilfe, um Kind und Beruf in Einklang zu bringen“, sagt Heide Wohlers vom Projektträger „aha“.
Die künftigen Bedürfnisse aufspüren und die Nachfrage nach konkreten Angeboten und Dienstleistungen ermitteln – das steht aktuell auf dem Programm des Projektes. Die Anwohner und Akteure aus dem Wirtschafts-, Kultur- und Sozialleben sollen jeweils eingebunden werden. Konkrete Aktionen werden Veranstaltungen in dem Kiez, ein Internetportal und Berichte in den lokalen Medien sein.
Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll außerdem in der Galerie der Ladenstrasse im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte ein Kiezladen eingerichtet werden. Zusammen mit dem Nachbarschaftsverein können sich dort Interessierte von Montag bis Freitag über das Projekt informieren. „Die Bewohner sind eingeladen, uns ihre Wünsche und Visionen vom Leben in ihrem Stadtteil mitzuteilen“, erklärt Wohlers. Wer Interesse am Mitgestalten des Zukunftskiezes hat, kann sich auch für ein ausführliches Interview im Kiezladen melden. Nähere Informationen gibt es im aha-Büro unter der Telefonnummer (0 30) 23 63 89 15.

„In Abgrenzung zu dem kalten Kommerz …“