Freitag, 18. Mai 2012

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Zu Ehren von Otto Lilienthal

SPD-Fraktion hat in die BVV einen Antrag zur Umbenennung des Stadions Lichterfelde eingebracht

Fußballer, Handballer, Turner und Leichtathleten haben hier ihre sportliche Heimstätte. Das Stadion Lichterfelde ist bis weit über die Grenzen des Bezirkes hinaus bekannt. Während der Fußball-WM 2006 trainierte hier die schwedische Nationalmannschaft und während der Leichtathletik-WM 2009 flitzte unter anderem Usain Bolt über die blaue Kunststoffbahn. Geht es nach der SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) soll sich hier etwas Grundlegendes ändern – der Name.

Ein entsprechender Antrag ist in die BVV eingebracht worden und beschäftigt jetzt die zuständigen Ausschüsse. Darin heißt es: Das Bezirksamt wird ersucht, das Stadion Lichterfelde in Sportstadion Otto Lilienthal umzubenennen. Der Hauptgrund für das Anliegen sei die Schließung des Flughafens Berlin-Tegel im Sommer 2012. Denn dieser trägt eigentlich den offiziellen Namen von Otto Lilienthal.

Um dem Erfinder und Flugpionier weiterhin die Ehre zu erweisen, setzt sich die SPD-Fraktion nun dafür ein, dass das Stadion Lichterfelde seinen Namen bekommt. „Damit würde seinen Taten sowie seinem Erfindergeist, aber auch seinen durchaus sehr sportlichen Leistungen die Ehre erwiesen“, heißt es. Der Name Otto Lilienthal sei dann verknüpft mit dem Namen des Ortsteiles Lichterfelde und würde ein angemessenes Gedenken darstellen.

Otto Lilienthal gilt als der erste erfolgreiche Flieger der Menschheit. Seine grundlegenden Untersuchungen und Messungen sowie seine Flugversuche von 1891 bis 1896 führten später zur Verwirklichung des Motorfluges. Er war eng mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf verbunden. Bei seinen zahlreichen Flugversuchen nutzte Lilienthal zum Beispiel eine Sandgrube in den Rauhen Bergen und eine künstliche „Fliegestation“ in Steglitz. Außerdem ließ er in Lichterfelde einen 15 Meter hohen Hügel aufschütten, von dem er Flüge bis zu 80 Metern wagte. Der so genannte Fliegeberg existiert bis heute.

„Das Stadion Lichterfelde hat mit den angrenzenden Sportanlagen als Sport- und Trainingsstätte eine wichtige Funktion für den Sportbetrieb im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, insbesondere für Lichterfelde“, sagt Volker Semler von der SPD-Fraktion. Kürzlich habe er bei einem Besuch dort dem Trainingsbetrieb zugesehen und sei begeistert gewesen, mit welcher Freude und welchem Engagement sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene dort sportlich betätigen.

Das Stadion am Ostpreußendamm ist eine Sportanlage des Bezirkes und wird insbesondere von Vereinen, Schulen und für den Betriebssport genutzt. „In den Sommermonaten trainieren hier bis zu 1 500 Sportler am Tag“, sagt Sportamtsleiter Klaus Sonnenschein. Das Stadion wurde von 1926 bis 1928 erbaut. Es hat zwei Kunstrasenplätze mit Flutlicht, drei Kleinfeld-Rasenplätze und einen Stadion-Hauptplatz. Auf der überdachten Zuschauertribüne finden 800 Gäste einen Sitzplatz. Insgesamt gehen 4 300 Zuschauer in das Stadion.

„Aus Sicht des Sportbereiches würden wir gern an dem jetzigen ortsteilbezogenen Namen festhalten“, erläutert Sonnenschein. Denn das Stadion Lichterfelde habe unter Sportlern insbesondere auch außerhalb der Bezirksgrenzen eine große Bekanntheit und eine wichtige Bedeutung. Ein neuer Name könne da womöglich verunsichern.      

Text/Foto: Anett Kirchner

Zu Ehren von Otto Lilienthal