Sitzplatz, Tischtennisplatte und Obstbäume
Bauarbeiten für die Erweiterung der Parkanlage in Alt-Lankwitz
haben begonnen
Sonst ist es hier eigentlich immer recht ruhig und beschaulich. In diesen Tagen hingegen wird im alten Dorfkern von Lankwitz emsig gesägt und geschreddert. Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Parkfläche nahe der historischen Dorfkirche haben begonnen. In diesem Zusammenhang müssen zwölf Bäume gefällt werden, die ohnehin krank oder nicht mehr verkehrssicher waren, teilt die Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto mit, die unter anderem für den Fachbereich Grünflächen zuständig ist.
„Die rund 3 000 Quadratmeter große Parkfläche soll künftig die Verbindung zwischen der Dorfaue Alt-Lankwitz und dem Lankegraben schaffen“, erklärt Markl-Vieto. Mit der Neugestaltung würden die Inhalte des im August 2002 festgesetzten Landschaftsplanes Alt-Lankwitz umgesetzt. Ziel sei es, die bestehende, offene Parkgestaltung der Dorfaue fortzuführen. Es sollen ein kleiner Sitzplatz mit Bänken entstehen, eine Tischtennisplatte aufgestellt, Rasen gesät und Obstbäume gepflanzt werden.
Die Planung haben Mitarbeiter des Fachbereiches Grünflächen entwickelt und sie wurde im zuständigen BVV-Ausschuss zustimmend zur Kenntnis genommen, heißt es. Läuft alles planmäßig, könnten bereits im Juni die ersten Spaziergänger durch die neue Parkanlage schlendern.
Insgesamt wird die Baumaßnahme 70 000 Euro kosten. Die Finanzierung übernimmt der Investor des neuen Kaufhauses Boulevard Berlin an der Schloßstraße, sagt die Bezirksstadträtin. „Da er im Rahmen des Kaufhaus-Neubaus Teile des angrenzenden Harry-Bresslau-Parks überbauen durfte, muss er als Kompensation über einen städtebaulichen Vertrag entsprechende Mittel zur Verfügung stellen“, erklärt Markl-Vieto.
Die Dorfaue Alt-Lankwitz war ursprünglich einmal der Mittelpunkt des einstigen Bauerndorfes. Lankwitz wurde 1239 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname geht auf das alt-slawische Lancowice zurück und bedeutet „Ort an der Uferaue“. Denn einst floss hier der kleine Bach namens Lanke durch den Ort. Was viele nicht wissen, es gibt ihn bis heute, allerdings inzwischen als unterirdischen Kanal und zum Teil ist er in den Teltowkanal aufgegangen. Die Quelle des Baches befindet sich hinter der Ratswaage an der Charlottenstraße Ecke Elisabethstraße.
Der Arbeitskreis Historisches Lankwitz befasst sich intensiv mit der Geschichte des ehemaligen Bauerndorfes. Ebenso ist es im Sinne des Bezirksamtes, historische Orte in Steglitz-Zehlendorf zu erhalten. „Denn die Dorfaue Alt-Lankwitz ist ein erlebbares Relikt alter Siedlungsstrukturen vor der Verstädterung“, erklärt Markl-Vieto. Auch wenn die angrenzende Bebauung überwiegend nicht mehr historisch sei, zeige die Grünanlage, wo sich einst die Dorfmitte befand. Deshalb sei es nahe liegend, hier einen Park zum Verweilen für die Anwohner anzulegen beziehungsweise zu erweitern. Mit den Bauarbeiten könne nun eine Lücke in der Durchgrünung des Ortsteils geschlossen werden.
Nähere Informationen zu den Baumaßnahmen gibt es im Grünflächenamt des Bezirkes Steglitz-Zehlendorf unter Telefon (0 30)
9 02 99 57 43.
(Text/Foto: Anett Kirchner)

