Freitag, 18. Mai 2012

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„Ich wollte eigentlich nur mal reinschauen“

Maren Ernst lassen die „weggeschmissenen Kinder“ in Kirgistan nicht mehr los

Denkt sie manchmal darüber nach, ob ihr Leben womöglich anders verlaufen wäre, wenn sie 1992 nicht nach Kirgistan gereist wäre. „Manchmal denke ich schon, was zum Teufel hat mich geritten, aber die meiste Zeit nicht.“ Kirgistan ist Teil ihres Lebens wie ihre Familie in Kleinmachnow. Allein 2011 reiste die 45-Jährige viermal nach Zentralasien. Dort kümmert sich sich der von ihr gegründete Verein „Uplift Aufwind e.V.“ u.a. in der Hauptstadt Bischkek um Heimkinder, sogenannte „broshennye deti – weggeschmissene Kinder“. So grausam das klingt, so grausam ist die Wirklichkeit dieser zumeist Sozialwaisen tatsächlich. Von den Müttern werden die Babys hauptsächlich aus Armutsgründen weggegeben. Die Frauen handeln in dem Glauben, im Heim ginge es den Kindern besser.

Maren Ernst kam als Sprachassistentin für Russland-Deutsche erstmalig nach Kirgistan. Damals studierte sie Slawistik und Germanistik. Im eher beschaulichen Niedersachsen aufgewachsen, suchte die junge Frau das Abenteuer. „Der weiteste Fleck war genau richtig. So landete ich mitten im Chaos“, erinnert sie sich. „Ich Westmädchen, total abgesichert, geriet in den absoluten Umbruch ohne Regeln.“ In jenem Jahr habe sie Land und Leute intensiv kennengelernt, viele Freundschaften geschlossen. „Ich empfand unglaubliche Hochachtung für die Frauen, wie sie sich in der Mangelzeit organisiert haben“, erzählt die zweifache Mutter. „Ehrenamtlich gab es nicht – alles war selbstverständlich.“ Diese Solidarität in schlimmster Not sollte die Deutsche fortan prägen.

1995 bot sich ihr eine weitere Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Erst kam sie als Reisebegleiterin nach Usbekistan, dann mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst nach Kirgistan zurück. „Wann immer es ging, habe ich vorher meine Freunde dort besucht.“ Gemeinsam mit einer Freundin kaufte sie sich eine kleine Wohnung in Bischkek. Über diese Freundin erhielt Maren Ernst auch Einblicke in soziale Projekte. So kam sie mit Kinderheimen und Hebammen in Berührung. Man sieht Maren Ernst ihre Bestürzung an ...

Foto: privat

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„Ich wollte eigentlich nur mal reinschauen“